Arved Fuchs kennt sich aus mit den Verhältnissen vor Grönland. Er ahnte, was ihn erwartet auf seiner dritten Grönland-Expedition, die heute (22.09.11) zu Ende ging. Aber: schlimmer geht immer. „Nichts ist mehr so wie es mal war“, berichtet Fuchs. „Der Klimawandel verändert den gesamten arktischen Raum im geradezu atemberaubendem Tempo. Am Nordpol bricht das Eis auf und treibt in Regionen, die zuvor als eisfrei galten. Die alten Gesetzmäßigkeiten scheinen außer Kraft gesetzt zu sein!“
Flensburg - Der Abenteuerer und Klima-Aktivist Arved Fuchs ist von seiner Grönland-Expedition zurückgekehrt. Am Donnerstag lief er mit seinem Haikutter «Dagmar Aaen» im Flensburger Museumshafen ein. «Aufgrund der Klimaerwärmung ist die Eisdecke auf dem arktischen Ozean in diesem Sommer extrem geschrumpft», berichtete Fuchs.
Mit einer Funkboje auf einer Eisscholle als eine Art digitale Flaschenpost will der Abenteurer Arved Fuchs ein Zeichen gegen die globale Erwärmung setzen. Sie schickt täglich Meldungen über ihre Position, so dass sich die Bewegung der Eisscholle nachvollziehen lässt. Nun kann jeder online die Bewegung der schrumpfenden Eisplatte verfolgen.
«So wollen wir die Öffentlichkeit an der Eisdrift und an dem schnellen Abschmelzen des Eises teilhaben lassen», sagte Fuchs. Mittlerweile hat die Scholle nach Angaben seines Büros rund 130 Kilometer zurückgelegt.
Mit seiner Reise wollte der 58-Jährige ein Zeichen gegen die globale Erwärmung setzen und auf die UN-Klimakonferenz ab Ende November im südafrikanischen Durban hinweisen. Seit Jahren ringen die Staaten um ein Klimaschutzabkommen, das die größten Klimasünder einschließt. Das bisherige Kyoto-Protokoll, das nur einen Teil der Staatengemeinschaft umfasst, läuft 2012 aus.
Außerdem verschickte Fuchs zehn Mal eine reale Flaschenpost auf Eisschollen. Teilnehmer des fünften internationalen Klimacamps «Ice Climate Education» in Island versandten damit eine Botschaft: «Nur ein Tropfen im Ozean, nur eine Flasche im Meer, nur eine weitere geschmolzene Eisscholle, vielleicht die letzte, die wir sehen werden», heißt es darin. Fuchs veranstaltet das Camp seit 2007.
Wissenschaftlern zufolge schmilzt das Polareis schneller als befürchtet. Im September erreichte die Eisbedeckung nahezu den Tiefstwert von 2007. Es ging auf eine Fläche von rund 4,3 Millionen Quadratkilometer zurück. Außerdem wird das Eis immer dünner. Nach Angaben des Alfred-Wegener-Instituts aus Bremerhaven liegt der Durchschnittswert bei 90 Zentimetern - 2001 waren es noch etwa zwei Meter.
«Es verändert sich rasant schnell», sagte auch Fuchs, der zum dritten Mal mit seinem Fischkutter nach Grönland reiste. Die Traditionen der dortigen Bevölkerung hängen eng damit zusammen, dass die Jagdgebiete über das Eis zu erreichen sind. Dies hat sich innerhalb weniger Jahre verändert, das Eis taut früher weg und kommt später zurück. Damit, so Fuchs, sind jahrtausende alte Traditionen innerhalb einer Generation hinfällig.
Arved Fuchs ist Unterstützer der Aktion "Endlich handeln" von der gemeinnützigen KlimAktiv.
Weitere Informationen sowie die Möglichkeit, den Weg der Funkboje zu verfolgen, finden Sie auf www.arved-fuchs.de
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